Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) fördert die KI-Forschung zusammen mit anderen Bundesministerien in Milliardenhöhe. Dies unterstreicht die Relevanz von KI im Allgemeinen und hier im Bereich des komplexen Systems Engineering im Besonderen. Denn Künstliche Intelligenz wird künftig auch dazu beitragen, sichere Elektroniksysteme für neue Fahrzeuggenerationen zu entwickeln.

Das KI-Forschungsprojekt, in dem wir von HOOD uns seit April 2021 engagieren, heißt progressivKI. Es wird im Förderprogramm NFST über drei Jahre mit 11,2 Mio. Euro in Summe gefördert. Wir sind einer von achtzehn Partnern im Konsortium unter der Führung der Robert Bosch Multimedia Car GmbH und des edacentrum.
Unser gemeinsames Ziel ist es, einen generalisierten Entwurfsprozess mit weitreichender KI-Unterstützung für Elektroniksysteme im Fahrzeug zu entwickeln.

Wozu Künstliche Intelligenz in der Entwicklung von Elektroniksystemen?

Das liegt an der zunehmenden Systemkomplexität in der Entwicklung von autonomen und elektrisch angetriebenen Fahrzeugen. Die dabei bislang verwendeten Werkzeuge halten mit der stetig zunehmenden Komplexität nicht mehr Schritt. Mit KI sollen funktional sichere Elektroniksysteme auf Dauer schneller, zuverlässiger und kostengünstiger entwickelt werden. Das wird sowohl die Leistung als auch die Nachhaltigkeit dieser Elektroniksysteme steigern.

Fragen zum Projekt progressivKI

Das Projektziel von progressivKI ist einen deutlichen Mehrwert durch KI im Entwurfsprozess von elektronischen Fahrzeugkomponenten zu erreichen.

Was wird im Projekt konkret entwickelt? ”In progressivKI wird eine modular aufgebaute KI-Plattform entwickelt. Diese KI-Plattform ist über sichere, verschlüsselte und intelligente Konnektoren zu den einzelnen (verteilten) KI-Modulen flexibel einsetzbar“, erklärt Dr.-Ing. Werner John vom edacentrum Hannover, welches das Projektmanagement übernimmt.

Wie sieht der KI-gestützte Mehrwert im Projekt konkret aus? „Beispielsweise können durch vor-trainierte KI-Module mittels Simulationsdaten die Aufwände für Reviews von Schaltplänen oder Layout-Daten deutlich reduziert werden“, erläutert der fachliche Leiter, Dr. Michael Kühn von der Robert Bosch Car Multimedia GmbH.

Die Rolle von HOOD im Projekt

Als Methodenführer im agilen Systems Engineering unterstützen wir unsere Kunden bei der Umsetzung komplexer Entwicklungsvorhaben mit jeweils passenden Praktiken. Dabei stellen wir fest, dass für sicherheitskritische Machine-Learning basierte cyber-physische Systeme noch keine bewährten Spezifikations- und Verifikationspraktiken verfügbar sind. Hierzu besteht also noch Forschungsbedarf. Unsere Hypothesen und Konzeptideen zu RE4KI, also der Weiterentwicklung des RE für KI-Systeme, werden wir im Rahmen von progressivKI evaluieren und detaillieren.

Daneben interessiert es uns, wie wir durch Algorithmen und leistungsfähige KI-Systeme die Arbeit von Requirements Engineers vereinfachen können. Für uns steht nach wie vor der Mensch im Mittelpunkt und darum fragen wir uns, welche Auswirkung KI auf die Beteiligten und ihre Zusammenarbeit haben wird.

Wir forschen und entwickelt schon seit geraumer Zeit daran, das Requirements Management mit den jeweils aktuell verfügbaren Technologien zu automatisieren oder zu augmentieren. So haben wir beispielsweise das Expertensystem DESIRe® entwickelt, das Weak Words oder unzureichend definierte Termini in Spezifikationen aufspürt und verbessert.
Daneben haben wir von HOOD auf der jährlich stattfindenden und europaweit größten RE-Konferenz, der REConf® bereits Workshops zu KI-Erweiterungen in Requirements Management Tools durchgeführt.

Projektbeteiligte

Im Projekt engagieren sich Institute aus der angewandten Forschung und Universitäten. Durch sie soll für den EDA-Bereich die Qualität der Trainings- und Lernprozesse der KI-Methoden zuverlässig bewertet und auch abgesichert werden. Dr.-Ing. Werner John ist überzeugt, dass progressivKI das Potential hat, sich zu einem Leuchtturm bei der Realisierung von KI-gestützten Methoden im EDA-Bereich zu entwickeln.

Neben Bosch, dem edacentrum und unserem KI-Team von HOOD beteiligen sich: Infineon Technologies, Zuken, Microchip Technology Germany, Celus, Luminovo, Cloud&Heat Technologies, Binder Elektronik, DIQA Projektmanagement, EMC Test NRW, InnoZent OWL e.V. sowie die Fraunhofer Einrichtungen FIT/ENAS, FZI Forschungszentrum Informatik, TU Dortmund, HSU Hamburg, TU Berlin und HS Hamm-Lippstadt/System Integration Laboratory.

Möchten Sie mehr über unsere Arbeit im Projekt progressivKI erfahren? Dann schreiben Sie uns.