Vorteile agiler Entwicklung

Agile Softwareentwicklung kennen wir. Insbesondere das Vorgehensmodell SCRUM steht bei der agilen Entwicklung im Mittelpunkt. Das ist auch nicht verwunderlich, denn seine Potentiale klingen sehr verlockend: Durch SCRUM würden die Kundenanforderungen besser erfüllt, es gäbe einen guten Überblick auf den momentanen Entwicklungsstand, wir arbeiteten mit kurzen Reaktionszeiten, die Produktqualität steige, es gäbe verlässliche Terminzusagen und die Projektteams seien viel motivierter als bei altgedienten Vorgehensweisen.

Agile Hardwareentwicklung?

SCRUM auf die Hardwareentwicklung zu übertragen, scheint allerdings etwas „tricky“ zu sein. Es können beispielsweise nach kurzer Zeit keine vollständigen Produkt-Inkremente an den Kunden ausgeliefert werden. Hier müssten wir tatsächlich mal agile Hardware-Profis von Unternehmen befragen, wie sie ihren agilen Hardware-Entwicklungsprozess genau gestalten.

Stacy Modell, gezeichnet von einer Teilnehmerin des CARS- Trainings

Warum Hardware überhaupt agil entwickelt werden sollte, liegt auf der Hand: Auch in der komplexen Hardwareentwicklung besteht oft Unsicherheit darüber, was der Auftraggeber genau braucht und wie dieser Bedarf realisiert werden kann. Ich habe hier das Stacy Modell von einem unserer CARS-Trainings vor Augen. Bei komplexer Hardwareentwicklung ist ein iteratives Vorgehen schon sinnvoll.

Wie funktioniert dann agile Hardwareentwicklung?

Obwohl wir Technologien, wie beispielsweise den 3D-Drucker einsetzen können, ist es nahezu unmöglich, nach jedem Sprint ein lieferfähiges Inkrement abzuschließen. Wir können aber etwas anderes machen. Wir können das potentielle Gesamtprodukt in funktionale oder mechanische Komponenten zerlegen. In den Sprints legen wir dann Zwischenschritte für die Komponenten fest. Diese können beispielsweise Simulationen, Zeichnungen, Modelle oder gedruckte Produktteile sein. Es sollte etwas Vorzeigbares sein, denn wir benötigen ein sinnvolles Feedback vom Kunden. Durch dieses regelmäßige Feedback des Kunden, bekommt das Team nach jedem Zyklus die Gelegenheit, die erreichten Arbeitsergebnisse zu bewerten und gegebenenfalls zu optimieren.

Auch in der Hardwareentwicklung erhalten wir Echtzeittransparenz und die Möglichkeit auf Fehlentwicklungen zu reagieren. Der PO definiert Schritte, nach denen neue Funktionalitäten integriert werden können. Damit erhält er einen guten Überblick auf den derzeitigen Entwicklungsstand. Durch Priorisierung der Aufgaben steigern wir schließlich die Arbeitseffizienz und schließlich auch die Termintreue.

Kommunikationsentwicklung

Ein weiterer Vorteil der agilen Methoden in der Hardwareentwicklung ist die positive Veränderung des Kommunikationsverhaltens. Anstatt sich zahlreiche E-Mails mit großem Verteiler hin und her zu schicken und in scheinbar endlosen Abstimmungs-Meetings zu sitzen, kommunizieren wir nun direkt im geschützten Team-Umfeld. Wenn nun die Verantwortung in Selbstorganisation auf das Team übergeht, steigen Motivation und Engagement. Das Commitment des Managements setzen wir natürlich voraus.

Best Practices

Wie das ganz genau bei großen Wirtschaftsunternehmen wie Bosch, EOS, Linde oder Carl Zeiss ausschaut, können wir am 15. Oktober auf der Agile Hardware Konferenz, der ASK in München hören und sehen. Hier kümmern wir uns um agile Transformation, agile Systementwicklung, den Entwicklungs-Boost durch additive Fertigung, Simpliticity in der Hardwareentwicklung, agile Methoden im automobilen Produktentstehungsprozess und auch um vermeidbare Stolpersteine. Interessiert? Dann kommen Sie vorbei.

Referenz: Ich habe mich bei diesem Artikel von der sehr ausführlichen Beschreibung SCRUM in der Hardwareentwicklung von CO-Improve inspirieren lassen.

Gute Mischung aus interaktiven Workshops, und Hackathons am 14.Oktober und Impulsvorträgen mit Diskussion am 15. Oktober 2019