Im Kontext größerer Unternehmen stellt sich bei der Einführung agiler Ansätze meist sofort die Frage nach Skalierbarkeit. Häufig wird dann diese Skalierbarkeit durch den Einsatz entsprechender Frameworks, wie z.B. SAFe, institutionalisiert. Dieser Ansatz scheint bei genauer Betrachtung nicht gerade im Sinne des agilen Manifests, welches in seinen Prinzipien Verbesserung durch Reflexion und Selbstoptimierung vorsieht. Erfahrungsgemäß knarrzt es gewaltig, wenn bei der Einführung agiler Ansätze entsprechende Frameworks a priori gesetzt sind. Diese Tatsache hat mich dazu veranlasst, das Thema der Skalierung im agilen Umfeld in allgemeinere Regeln zu fassen, die uns beim Versuch, agile Ansätze zu skalieren, anleiten können:

YASFA – Yet Another Scaling Framework For Agility

  1. Wenn Du nicht mal in einem Team erfolgreich agil arbeiten kannst: nicht versuchen zu skalieren.
  2. Sich mit allen Beteiligten auf ein gemeinsames, teamübergreifendes Ziel einigen. Verordnungen sind keine Einigung.
  3. Die Aufgaben so verteilen, dass jedes Team möglichst unabhängig von anderen Teams Fortschritte in Richtung des Ziels erarbeiten kann.
  4. In den Teams eigenverantwortlich auf das Ziel hinarbeiten.
    Menschen sind keine Maschinen, die gerne Befehle ausführen, sie brauchen Freiraum.
  5. Regelmäßig in den Teams und teamübergreifend die Arbeitsergebnisse integrieren und über Abhängigkeiten der eigenen von anderer Arbeit sprechen.
  6. Regelmäßig in den Teams und teamübergreifend gemeinsam nachdenken, wie man die Zusammenarbeit verbessern kann und ob das Ziel noch das richtige ist. Das Ziel oder das Verhalten entsprechend anpassen.
  7. Wenn ein Ziel erreicht wird, sollte man das feiern. Oder auch zwischendrin.

Werden diese Regeln alle berücksichtigt, dann steht der Skalierung von Agilität nichts im Wege. Die Festlegung konkreter Praktiken, die institutionalisiert werden, muss sich die Organisation kontinuierlich selbst erarbeiten.