Mit Product-Lifecycle-Management (PLM) als Softwarelösung hat die durchgängige Prozesskette im Produktentstehungsprozess Einzug gehalten. Was nach dem ersten Lesen wie eine Tatsachenbeschreibung anmutet, entpuppt sich bei genauerer Betrachtung als Trugschluss!

Dabei ist unbestritten, dass moderne PLM Systeme einen Großteil aller im Fertigungsprozess anfallenden Arbeitsschritte wie Konstruktion, Werkstückprogrammierung, Simulation und Datenmanagement in einer einheitlichen Benutzeroberfläche bereits unter sich vereinen. Dass es sich hierbei nicht nur um einen Trend handelt, zeigen interdisziplinäre Kooperationen, wie sie derzeit am Werkzeugmaschinen- und Steuerungsmarkt geschlossen werden.

Trotz dieser Entwicklungen und der vielfältigen Möglichkeiten, die eine durchgängige Prozesskette bietet, ist eine „Systemverdrossenheit“ zu beobachten, die nicht allein auf fehlende Funktionalitäten zurückzuführen ist.

Die entscheidende Frage, wie eine PLM Lösung eingesetzt oder die Kombination von beliebigen CAX (Computer-Aided X) Systemen gelingen kann, bleibt, über Produktschulungen hinaus, oft unbeantwortet.

Der Einsatz dieser Systeme schafft durch bidirektional- und assoziative Beziehungen untereinander erst die Grundlage für die Zusammenarbeit in cross-funktionalen Teams die in der Lage sind, virtuelle Produktinkremente iterativ zu entwickeln. Dabei bedeutet „Iterativ“ nicht etwa, Werkstücke ohne Informationen über Toleranzen und Bemaßungen fertigen zu wollen, sondern die Stärken der virtuellen Produktentwicklung auszuschöpfen um frühstmöglich Fehler zu erkennen und darauf reagieren zu können. Ein wichtiger Bestandteil dieser „Fail Fast“ Philosophie ist die Einbindung aller am Entwicklungsprozess beteiligten Stakeholder.

Somit ist CAX-PLM kein Werkzeugthema, sondern als Tor zur Organisationsentwicklung ein Gratmesser für die erfolgreiche Produktentwicklung.