Requirements Engineering und Kommunikation: auf immer und ewig unzertrennlich
Dass Requirements Engineering ein Mittel zum Zweck ist, lässt sich durchaus bestätigen. Schließlich werden dabei keine mathematischen Gleichungen gelöst und ebenso wenig der nächste V8-Motor mechanisch perfektioniert. Oder etwa doch?
Die Experten auf dem Gebiet des Anforderungsmanagements verantworten die größte Schnittstelle der Themen und Meinungen, die es in einem Projekt überhaupt geben kann. Das bedeutet in der Regel viel Reden und noch mehr Zuhören. Sprache ist schließlich auch das Mittel zum Zweck unserer Spezies.

Trotzdem ist das treffsichere Auspacken schlauer Wörter und fleißiges Aufschreiben aller Wünsche, die zahlreiche Stakeholder einem mitteilen, nur eine Seite der Medaille. Das tatsächliche Verwalten von verschiedenen Zuständigen, ihren Themengebieten und dazugehörigen Entscheidungen, Deadlines und Erwartungen, verkompliziert diese vermeintlich einfache Aufgabe. Manchmal auch so sehr, dass sie einem regelrechten algorithmischen Rätsel nahekommt. Außerdem, je nach Fachbereich, in dem man als Requirements Engineer fungiert, kann es tatsächlich auch um V8-Motoren gehen. 😉
Die Lösung des Rätsels
Zwischen Zeilen und Zielen muss ein angehender Requirements Engineer für sich lernen, sich an der ewigen Schnittstelle wohlzufühlen. Hierbei sind ausgeprägte Kommunikationsfähigkeiten besonders gefragt: sie erleichtern einem das Orientieren im weiten Meer an Input. Die Ausdrucksfähigkeit ist dabei nur eine der Kompetenzen, die von Relevanz sein können. Empathie und Verstehen von nonverbaler Kommunikation können als gute Prävention vor Konflikten oder vermeidbaren Umwegen in der Anforderungserhebung dienen.
Zur präzisen Ergebnisgenerierung tragen vor allem aktives Zuhören und Schwerpunktsetzung bei. Doch auch diese beiden Komponenten können sich gelegentlich im Weg stehen und gegenseitig konkurrieren. Die Entscheidung, wann man eine Diskussion fördert und wann man sie fallen lässt, erfordert Fingerspitzengefühl und soll bewusst getroffen werden.
Wenn die kommunikativen Kernkompetenzen strategisch klug eingesetzt werden, kann sich die notwendige Priorisierung von Aufgaben und Anforderungen schnell herauskristallisieren.
Vorab-Warnung: Keine Wunder erwarten
Manchmal scheinen Situationen unlösbar zu sein. Was tun, wenn zwei Parteien aufeinandertreffen, beide davon überzeugt den Sachverhalt richtig verstanden zu haben und doch kommen sie dabei auf verschiedene (oder gar gegensätzliche) Ergebnisse? Das ist eines der Szenarien, die einem Requirements Engineer begegnen und die er meistern können sollte. Die ernüchternde Nachricht lautet: die ultimative Lösung gibt es hierfür nicht. Den Schlüssel für die meisten Herausforderungen wird man erst durch den Aufbau von kommunikativen Kompetenzen und letztendlich Erfahrung in seiner Position erlangen. Auch die Kenntnis über eigene Stärken, Schwächen und persönliche Befindlichkeiten helfen einem, das richtige Werkzeug zum richtigen Zeitpunkt einzusetzen.
Workshop auf der REConf: let‘s talk!
Ein paar Anregungen wurden nun vorweggegriffen, doch das macht nichts. Eine Vertiefung und noch viel mehr erwarten Dich im Workshop „Zwischen Zeilen und Zielen: RE-Basics mit Fokus Kommunikation“. Dort werden die Grundlagen des Requirements Engineerings vorgestellt, wie etwa die Kernelemente des Vokabulars dieser Domäne. Im Anschluss wird die Erhebung von Anforderungen besprochen und die eigenen Erfahrungsberichte unter den Teilnehmern geteilt. Wie zuvor erwähnt: ein Richtig oder Falsch gibt es nicht.
Eine praktische Übung zum gezielten Kommunizieren ist auch dabei. Zum Schluss besteht die Möglichkeit, sich über weiterführende Themen der Gesprächsführung auszutauschen. Insbesondere das Arbeiten in cross-funktionalen Teams in international ausgerichteten Unternehmen kann hierbei unter die Lupe genommen werden.
Also: gerne gleich anmelden, ich freue mich auf Euch!
Mia Zipalovic
Kontaktieren Sie Mia ZipalovicMia Zipalovic ist als Beraterin im Bereich Requirements Engineering tätig. Zu ihren Aufgaben zählen die Erhebung, Verbesserung und Dokumentation von funktionalen und nicht-funktionalen Anforderungen, sowie die Erstellung von Modellen für Geschäftsprozesse.
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