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14 Dezember 2022 @ Nadine Knur

Weihnachten- oder ein gemeinsames Verständnis finden

Weihnachtszeit, die Zeit der Besinnung und für die Familie. Wie feiern Sie Weihnachten? Wie bereiten Sie sich vor?
Jetzt, knappe 2 Wochen vor dem Heiligabend machen sich viele – zumindest ist das in meinem Bekanntenkreis so – die Menschen Gedanken, was sie ihren Lieben zum Weihnachtsfest schenken könnten.
Auch denken viele darüber nach, wie das Weihnachtsfest ausschauen soll:
Welche Familienmitglieder werden besucht?
Gehen wir in die Weihnachtsmesse und wenn ja wann – Mitternacht oder Kindermesse?
Wo nehmen wir wann welche Mahlzeiten ein?
Mit wem möchten wir uns mal wieder ausführlicher unterhalten?
Und wo spazieren wir zwischen den Mahlzeiten hin?

Absprachen zum gemeinsamen Verständnis

Möglicherweise haben Sie familienintern Absprachen getroffen? Vielleicht verzichten Sie auf Weihnachtsgeschenke oder sogar auf den Familienbesuch und seilen sich mit einem Flieger in wärmere Gefilde ab?
Auch das ist für die Familie sicher völlig ok, doch es sollten alle Beteiligten die Absprachen kennen. Schließlich soll Tante Birgit sich nicht ärgern, denn nach der monatelangen Suche der passenden Weihnachtsgeschenke, selbst nichts zu erhalten, und/oder noch nicht mal besucht zu werden kann bei ihr ganz sicher ein längliches Gesicht erzeugen.   

Absprachen sind hier immens wichtig. Unter allen Weihnachtsfest-TeilnehmerInnen müssen wir ein gemeinsames Verständnis schaffen. Vielleicht bemerken Sie bereits jetzt, worauf ich hinaus möchte? Schließlich schreibe ich hier für Sie in einer Requirements-Umgebung. Auch in der Produktentwicklung ist das gemeinsame Verständnis aller Stakeholder immens wichtig. Auch hier sollten wir vorab alle Bedürfnisse kennen. Wir sollten wissen, wann ein/e StakeholderIn erreichbar ist, ob er/sie sich für einen längeren Zeitraum abseilen wird und darauf achten, uns klar und verständlich auszudrücken, um Interpretationsmöglichkeiten zu vermeiden.

Gemeinsame Bilder erzeugen

In meinem Weihnachts-Beispiel könnten wir nun alle Weihnachtsfest-TeilnehmerInnen vorab anrufen. Auch in der Produktentwicklung ist direkte Kommunikation das beste Mittel. Wir möchten gemeinsame Bilder erzeugen. Das wäre in der Familie der Auftakts-Videochat mit allen StakeholderInnen.

Um danach diese Bilder in ein auslieferbares Produktinkrement, den 1. oder 2. Weihnachtstag umzusetzen, brauchen wir auch Dokumentation. Wir müssen die Probleme (Warum-Anforderungen), die fachlichen (Was-Anforderungen) und technischen (Wie-Anforderungen) Lösungen beschreiben, natürlichsprachlich, mit Diagrammen, mit Beispielen etc., um gemeinsam daran arbeiten zu können. Wir legen dafür ein gemeinsames Dokument an.
Vielleicht braucht es in unserem Beispiel nicht unbedingt Diagramme oder gar einen Prototypen. möglicherweise reicht es, eine Mail zu schreiben, oder eine WhatsApp -Gruppe zu gründen. Schließlich ist die Projektzeit kurz. Aber trotzdem soll das Festgelegte auch jederzeit wieder abrufbar sein.

Im Requirements Engineering schreiben wir ein Glossar und notieren unsere Bedürfnisse in einem Dokument. Beim Schreiben von natürlich-sprachigen Dokumenten gibt es Fallstricke, die wir beachten müssen, wie auf meinen Illustrationen aus dem CPRE eLearning zu sehen ist. Passive Formulierungen sind unpassend und unvollständige Vergleichen generieren ein Fragezeichen über die Köpfe der Stakeholder. Nominalsprache klingt gern sehr abstrakt, unspezifische Substantive, unvollständige Beschreibungen, werfen viele Fragen auf.

Weihnachtsstollen

Bei unserer Weihnachtssituation würde sich die Nominalsprache wie folgt anhören: „Sollte die Gitarre verstimmt sein, so erfolgt das Musizieren mit Hilfe des Klaviers. Die Geschenke sollen einen mittleren monetären Wert aufweisen und allen soll der der Weihnachtsstollen schmecken.“ Klingt eigenartig, oder? So möchten wir nicht mit unseren Familien sprechen. Ganz davon abgesehen, kann man mich mit Weihnachtssollen jagen. Wer ihn liebt und gute Zähne hat, kann sich gern bei mir melden, ich habe noch einen von Weihnachten 2021 da.

Mit diesen kurzen Erinnerungen aus dem Requirements Thema: „Gemeinsames Verständnis schaffen“, verabschiede ich mich für dieses Jahr von Ihnen.

Das gesamte HOOD-Team wünscht Ihnen und Ihrer Familie ein wunderbares Weihnachtsfest und danach einen fröhlichen Rutsch ins neue Jahr 2023!
PS: Apropos direkte Kommunikation: Lassen Sie uns auch im neuen Jahr direkt kommunizieren. Eine schöne Möglichkeit bietet die #REConf2023. Hier ist nun auch schon die Agenda live!

Nadine Knur

Kontaktieren Sie Nadine Knur

Nadine Knur ist Marketing Lead bei HOOD in der Beratung von RE und agilen Projekten. Als ein Mensch mit breit gestreuten Interessen und Talenten, untersucht sie zusätzlich die optimale Zusammenarbeit zwischen Mitgliedern unterschiedlicher Generationen und Mindsets.