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29 März 2016 @ Pedro Ferreira

Die effizienteste und effektivste Methode, Informationen an und innerhalb eines Entwicklungsteams zu übermitteln…

Wie würden Sie den Satz im Titel dieses Beitrags fortsetzen?

Einige werden spontan sagen, eine E-Mail ist die effizienteste und effektivste Methode, Informationen innerhalb eines Entwicklungsteams zu übermitteln. Schließlich geht eine E-Mail nicht verloren und kann asynchron beantwortet werden.
Bei der heutigen E-Mail Flut in Unternehmen ist es jedoch nicht gerade selten, dass man Tage oder sogar Wochen auf eine Antwort wartet. Von Effizienz und Effektivität kann hierbei also nicht die Rede sein. Insbesondere dann nicht, wenn der Kommunikationspartner im selben Raum sitzt.

Andere wiederum sind der Meinung, ein Telefongespräch führt am schnellsten zum Ziel, wenn Informationen weitergegeben oder erfragt werden müssen.
Es stellt sich aber oft heraus, dass während dem Telefongespräch die Möglichkeit seinem Kommunikationspartner etwas am PC präsentieren zu können nicht gegeben ist, aber notwendig wäre um Gedankengänge nachvollziehbar zu machen.

Vielleicht bekommt man auch zu hören, wie effizient und effektiv ein Dokument (Tabelle oder Text) wäre, da dieses an einer zentralen Stelle (Versionierungstool) abgelegt werden kann, so dass jeder darauf Zugriff hat.
Selbst wenn jedes Teammitglied weiß wo dieses Dokument zu finden ist, ist nicht sichergestellt, dass es von jedem gelesen bzw. bearbeitet wird.

Die Agilisten unter Ihnen wissen wie der Titel dieses Beitrags fortgesetzt werden muss, denn sie kennen die 12 agilen Prinzipien.
Eines dieser Prinzipien lautet: „Die effizienteste und effektivste Methode, Informationen an und innerhalb eines Entwicklungsteams zu übermitteln, ist im Gespräch von Angesicht zu Angesicht.“

Dieses Prinzip befolge ich seit einigen Jahren in Kundenprojekten, in denen ich operativ mitarbeite und merke, wie sehr sich System-Ingenieure, Architekten, Entwickler, Hardwerker und Tester über keine zusätzlichen E-Mails, Dokumente oder Telefonkonferenzen freuen. Im Gespräch von Angesicht zu Angesicht bekommt man nicht nur direkte Antworten auf Fragen, sondern es tauchen oft weitere die Fragen betreffende Zusammenhänge auf, an die man bisher nicht gedacht hat. Insbesondere bei der Erhebung von Anforderungen an ein System ist Letzteres von großer Bedeutung.

Die Gespräche von Angesicht zu Angesicht enden fast immer mit einem erkenntnisreichen und motivierten Lächeln beider Kommunikationspartner und manchmal sogar mit einer Einladung zum Kaffee.

Mein Appell ist daher:

Probieren auch Sie dieses simple agile Prinzip zu befolgen, selbst wenn Sie noch nach klassischen Vorgehensmodellen entwickeln.

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Pedro Ferreira

Kontaktieren Sie Michael Jastram

Pedro Ferreira ist als Consultant und Trainer bei der HOOD GmbH im Bereich Requirements Engineering tätig. Seine Tätigkeitsschwerpunkte liegen in der Unterstützung unserer Kunden beim Einsatz von Requirements Engineering und zugehörigen Werkzeugen (z.B. DOORS). Zu seinen Aufgaben zählen die Erhebung, Verbesserung und Dokumentation von funktionalen und nicht-funktionalen Anforderungen, die Erstellung von objektorientierten Modellen unter Einsatz der UML und das Spezifizieren von Testfällen. Erfahrungen konnte Pedro Ferreira bisher in der IT-, Automobil- und in der Luftfahrtindustrie sammeln. Als Trainer hat er sich auf die gute Formulierung von textuellen Anforderungen und auf die Methoden zur Erhebung von Anforderungen aus der UX Domäne spezialisiert.