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19 Mai 2015 @ Matthias Mohme

Über Stärken und Schwächen

Vor ein paar Monaten habe ich an einem Test zur Bestimmung meiner Top 5 Stärken teilgenommen. (Mehr Infos unter http://strengths.gallup.com) In einem unserer letzten Teammeetings hatte ich dann die Gelegenheit, meine Ergebnisse mit denen meiner Kollegen zu vergleichen. Die anschließenden Diskussionen und der Versuch, Paare zu finden, die sich im beruflichen Kontext gut ergänzen, haben mir ein paar Dinge verdeutlicht:

Als „Beziehungsmensch“ mit der Fähigkeit, schnell Stimmungen und Emotionen wahrzunehmen, lege ich allzu autoritäres, selbstbewusstes und tatkräftiges Handeln häufig als Schwäche aus. Ein fataler Fehler, wie mir in meiner täglichen Arbeit mit Kollegen und Kunden immer wieder vor Augen geführt wird!

Stärken und Schwächen gibt es nur aus Sicht des Beobachters und werden je nach Situation unterschiedlich wahrgenommen. Hat der schweigsame Kollege im Meeting eine „Kommunikations-Schwäche“ und kann seine Meinung nicht vertreten, oder vielleicht doch eine „Einzelwahrnehmungs-Stärke“ und schafft es, im persönlichen Dialog zu überzeugen?

Hat der redegewandte Projektleiter eine Schwäche, die passende Strategie zu formulieren, oder ist er vielleicht ein Arrangeur der es versteht, die richtigen Menschen zusammenzubringen? Genau diese Unterschiede, sofern sie uns bewusst und bekannt sind, erlauben es, unsere Stärken zu stärken und unsere Schwächen zu schwächen.

Die Herausforderung in unserer täglichen Arbeit ist dabei zu erkennen, dass je nach Teamzusammensetzung und Unternehmenskontext, Stärken als Schwächen und Schwächen als Stärken fungieren können.

Den Beweis erbrachte ein kleines Experiment, welches wir zu Beginn unseres letzten Teammeetings wagten: In einem Stuhlkreis sitzend, zogen wir nacheinander eine Karte, auf der eine der 34 Stärken des Strength-Finders 2.0 geschrieben war. Die Aufgabe „In welcher Situation hast Du diese Stärke bei Deinen Sitznachbarn schon wahrgenommen“ fiel uns Allen erstaunlich leicht und zeigt, dass es nicht unsere Stärken und Schwächen, sondern die Unterschiede sind, die uns ausmachen.

Uns Allen hat diese Art „den Boden zu bereiten“ und uns auf die Stärken zu konzentrieren sehr dabei geholfen, eine Atmosphäre zu schaffen, in der wir uns öffnen und auch über schwierige Themen sprechen konnten.

Vielleicht ist dieses Experiment auch für Ihre nächste Retro geeignet? Probieren Sie es aus!

Matthias Mohme

Kontaktieren Sie Michael Jastram

In den ersten Berufsjahren als Konstrukteur im klassischen Maschinenbau tätig, entdeckte der 1982 geborene Dipl. Ing. aus München in den darauf folgenden Jahren als Produktmanager seine Leidenschaft für SCRUM und KANBAN in der Softwareentwicklung. Seine Erfahrungen und Beobachtungen, wie sich die Einführung Agiler Methoden auf Mitarbeiter, Teams und ganze Organisationen auswirkt, gibt er als Consultant für Anforderungsmanagement bei der HOOD GmbH weiter.