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11 Dezember 2013 @ Susanne Mühlbauer

Konsens oder Kompromiss? Eine Entscheidungshilfe

Bei meiner Arbeit mit agilen Teams erlebe ich immer wieder heftige und langwierige Diskussionen, wenn eine gemeinsame Lösung gefunden werden soll bzw. eine Entscheidung getroffen werden muss. Das kann z.B. die Einigung über eine technische Umsetzung sein oder auch eine Übereinkunft über die Zusammenarbeit im Team. Um diese Diskussionen abzuschließen, kommt es häufig zu einer Abstimmung, wobei die Mehrheit dann „Recht“ hat. Dabei besteht die Gefahr, daß ein Teil des Teams offen oder versteckt in den Widerstand geht und die Entscheidung nicht mitträgt. Um das zu vermeiden, aber auch, um diesen Konflikten möglichst aus dem Weg zu gehen, wird versucht, es allen recht zu machen. Es wird ein Kompromiss gesucht.

„Ein Kompromiss ist die Lösung eines Konfliktes durch gegenseitige freiwillige Übereinkunft, unter beiderseitigem Verzicht auf Teile der jeweils gestellten Forderungen.“

Wenn wir jetzt die beste Lösung suchen, wollen wir natürlich nicht den kleinsten gemeinsamen Nenner, sondern tatsächlich die beste Lösung. Auch wenn das heißt, dass nicht jeder der Beteiligten diese Lösung favorisiert. Wir suchen also einen Konsens.

„Der Konsens bedeutet die Übereinstimmung von Menschen hinsichtlich einer beschreibbaren Thematik ohne verdeckten oder offenen Widerspruch.“

Sowohl bei Lyssa Adkins als auch bei Ellen Gottesdiener bin ich hier auf ein kleines „Abfrage-Tool“ gestossen, dass mir und den Teams hilft, eine Übereinkunft zu erzielen, mit der alle leben können oder die Diskussion aufgrund neuer Erkenntnisse erneut zu starten.

 

Entscheidung

Diese Abfrage kann zu jeder Zeit unter Zuhilfenahme der „Fünf-Finger-Technik“ erfolgen. Alle Teilnehmer zeigen gleichzeitig an, wie sie zu der Entscheidung oder Lösung stehen, indem sie die jeweils zutreffende Anzahl von Fingern in die Höhe strecken.

Sehen Sie nur Hände mit 1-3 Fingern, können Sie davon ausgehen, dass Sie einen Konsens erzielen konnten. Sehen Sie Hände mit 4 oder 5 Fingern, sollten Sie die Einwände der Beteiligten explizit erfragen und anhören – falls diese noch nicht geäussert wurden. Wahrscheinlich müssen Sie hier weiter gemeinsam nach anderen Lösungsalternativen suchen.

Quellen und Literaturhinweise: Wikipedia, Lyssa Adkins: Coaching Agile Teams, Ellen Gottesdiener: Discover to Deliver, Vortrag OOP 2013

Susanne Mühlbauer

Kontaktieren Sie Michael Jastram

Susanne Mühlbauer ist als Agile Coach für die HOOD GmbH tätig. Sie arbeitet mit Leidenschaft und viel persönlichem Engagement mit Menschen, Teams und Organisationen auf ihrem Weg zu mehr Agilität. Aus ihrer Zeit als Consultant, Scrum Master, Projektleiter, Business Analyst und Requirements Engineer bringt sie langjährige Erfahrungen und die unterschiedlichsten Erlebnisse aus dem Projektgeschäft und in der Entwicklung komplexer Produkte und Systeme mit. Ein Schwerpunkt stellt hierbei sicherlich das Requirements Engineering dar. Sie hat zu diesen Themen Artikel veröffentlicht und ist gerne Referentin auf Fachkongressen. Ihr Leitsatz: Agilität muss man erleben. Hierfür steht Agile-by-HOOD.