Stellen Sie sich vor, Sie sind Großstadttourist in einer Metropole oder auch Wanderurlauber in Gegenden, die Sie sonst nur von Bildern kennen. Dann kennen Sie ja den Ablauf: Man trifft Vorbereitungen, plant, peilt und misst, sorgt vor und sichert ab. Dann geht die Reise los. Doch alle Vorbereitung verschwimmt, sobald man losgelaufen ist. Hier macht sich nämlich bemerkbar, dass die Welt, wo man nun direkt vor ihr (bzw. in ihr) steht, doch anders aussieht, als in abstrahiert verkleinerter Form auf dem Reißbrett zu Hause.
Zur Neuorientierung lohnt sich daher der erneute Blick auf die vertrauten Aufzeichnungen und Instrumente. Dabei macht es keinen Unterschied, ob man sich beim Radwandern befindet oder in den Häuserschluchten einer Großstadt. Um nicht vom Weg abzukommen, ist eine neue Lagebestimmung mit anschließender Rekalibrierung unersetzlich. Eine bloße Interpretation der Route nach Intuition und Gedächtnis führt meist auf Abwege.
In einer ähnlichen Situation befinden wir uns gerade. Wir würden nicht behaupten, wir hätten uns verlaufen, wir haben allerdings mit einer besonderen Schwierigkeit zu kämpfen, mit der ein Radwanderer oder Großstadttourist nicht konfrontiert ist. Ich würde in unserem Fall eher von einer Kurskontrolle sprechen, denn im Gegensatz zu existierenden urbanen Straßen- und Verkehrsnetzen ist unser Terrain von regelmäßigen Veränderungen gekennzeichnet: Die RE-Landschaft entwickelt sich stetig weiter. Projekte werden abgeschlossen oder verworfen, Methoden variieren, Techniken werden angepasst, Spezifikationen erweitert, Mitarbeiter und Rollen wechseln, neue Tools entstehen, etc. Man könnte die Liste beliebig fortführen.

In diesem Dickicht fällt es wahrlich schwer, den Überblick zu behalten. Als Spezialist und Dienstleister auf dem Gebiet des Requirements Engineering gelingt uns das zwar sehr gut,  doch auch wir sollten hin und wieder auf aktuelles Kartenmaterial blicken, um die Orientierung zu behalten und nicht vom Kurs abzukommen.
Es ist deshalb wieder Zeit für eine Aktualisierung unserer Karteninformationen. Eine solche Aktualisierung funktioniert leider nicht automatisch, wir benötigen dazu Ihre Hilfe. Wer bereits bei der RE-Kompass-Umfrage 2012 mitgemacht hat, weiß, wie das Ganze funktioniert. Wir entwerfen jedes Jahr im Sommer einen Online-Fragebogen mit zentralen Fragestellungen und hoffen, dass Sie uns die Antworten dazu liefern. Auf diese Weise erstellen wir in regelmäßigen Abständen eine empirische Statistik aus Zahlen, Fakten und Meinungen als Road Map für unseren RE-Mikrokosmos.

Die so gewonnenen Daten stehen natürlich nicht nur uns, sondern vor allem auch Ihnen zur Verfügung, indem die Ergebnisse der Umfrage völlig kostenlos veröffentlicht werden. Derzeit läuft die Umfrage für 2013. Wir würden uns freuen, wenn Sie sich kurz die Zeit nehmen, beim Projekt RE-Kompass mitzumachen. Hier gelangen Sie direkt zur RE-Kompass-Homepage.

Je mehr Teilnehmer mitmachen, desto schneller und vor allem präziser ist unser Kartenmaterial für die RE-Welt heruntergeladen und aktualisiert. Auf dass wir alle klar sehen und den Überblick behalten.