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28 Februar 2012 @ Karsten Krennrich

Kosten, Zeit und Qualität optimieren: Anforderungsmanagement für Produktlinien – Teil 2: Die Produktlinieninfrastruktur

Die Produktlinieninfrastruktur ist der Ausgangspunkt für die Entwicklung eines Produktes (Systems) innerhalb einer Produktlinie. Wesentlicher Bestandteil der Produktlinieninfrastruktur sind Komponenten, die im Entwicklungsprozess in spezifische Systeme umgesetzt und somit wiederverwendet werden können.

Wie komme ich nun aber zu einer Produktlinieninfrastruktur? Der Entwicklungsprozess einer Produktlinieninfrastruktur, auch Domain Engineering genannt, setzt sich aus den in Abbildung 1 dargestellten Phasen

  • Domänenanalyse,
  • Domänendesigns und
  • Domänenimplementierung

zusammen. Hier möchten wir zunächst die erste Phase, die Domänenanalyse näher betrachten. Die Domänenanalyse dient zur Erfassung der  gemeinsamen und variablen Anforderungen an die Produkte der Produktlinie:

  • Gemeinsame Anforderungen müssen in jedem System, das innerhalb der Produktlinie von der Produktlinieninfrastruktur abgeleitet wird, erfüllt werden.
  • Variable Anforderung werden nicht notwendigerweise von jedem System erfüllt. Sie können sich wiederum in die folgenden Kategorien untergliedern:
    • Anforderungen mit einem Platzhalter, für einen Wert, der je nach Produkt mit einem spezifischen Wert belegt werden kann (z.B. „Das Fahrzeug muss eine Höchstgeschwindigkeit von <Geschwindigkeit> erreichen können.“ Hierbei kann <Geschwindigkeit> je nach Fahrzeug spezifisch festgelegt werden.)
    • Optionen, die entweder erfüllt werden müssen oder nicht.
    • Alternative(n), die aus einer Menge von Möglichkeiten als Anforderungen an das System gestellt werden.

Die Domänenanalyse legt so weitestgehend den Umfang der Produkte fest, die später aus der Produktlinieninfrastruktur abgeleitet werden. „Weitestgehend“ deshalb, da durch die Variablen Anforderungen gewisse Freiräume für Innovationen und Varianten bestehen bleiben. Auf Entscheidungskriterien, welche für die Aufnahme einer variablen Anforderung herangezogen werden können, werden wir im Laufe dieser Blog-Reihe näher eingehen.

Abbildung 1: Referenzprozess für die Software-Produktlinienentwicklung [Böckle 04

Nachdem  nun die Basis, die Produktlinieninfrastruktur, geschaffen ist betrachten wir in den folgenden Teilen dieser Blog-Reihe konkrete Möglichkeiten für die Beschreibung von Variabilität innerhalb einer Produktlinie.

Literatur:
[Böckle 04]     Günter Böckle, Peter Knauber, Klaus Pohl, Klaus Schmid: Software-Produktlinien. Methoden, Einführung und Praxis, 2004]

 

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Karsten Krennrich

Kontaktieren Sie Michael Jastram

Herr Karsten Krennrich ist als Consultant der HOOD Group tätig. Seine Schwerpunkte liegen in der Beratung von Requirements Engineering (RE) orientierten Entwicklungsprozessen. Er ist als Projektleiter bei der HOOD Software Division verantwortlich für die Realisierung von Softwarelösungen im Bereich der Entwicklungsprozess unterstützenden Werkzeuge. Für diese Anpassungen und Erweiterung von Standard Werkzeugen erarbeitet Herr Krennrich auch die zur Realisierung notwendigen Konzepte. Bei deren Implementierung arbeitet Herr Krennrich unter anderem auch mit den Konfigurationsmanagement Werkzeugen CMSynergy und Subversion. Neben dem RM-Werkzeug DOORS® von IBM hat Herr Krennrich auch Praxiserfahrungen mit den Werkzeugen CaliberRM® von Borland und RequisitePro® von IBM. Er verfügt außerdem über Erfahrungen im Bereich Datenbanken und Informationssysteme, im Software Engineering und im Themenbereich Produktlinien.