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6 Dezember 2011 @ Frank Stöckel

Formulierungstipps – Teil 1

Nach Drücken der Taste müssen die Daten übertragen werden.

In der nun folgenden Blogserie werden wir Ihnen zahlreiche Tipps geben, wie Sie die oben genannte und weitere schwach formulierte Anforderungen verbessern können.

Durch die Tatsache, dass die Anforderung im Passiv formuliert ist, wird keine Aussage darüber gemacht, wer oder was die Daten übertragen muss. Es fehlt also der Akteur, der den zu entwickelnden Gegenstand darstellt. Bei einer Formulierung im Aktiv hingegen wird der Akteur stets genannt, weshalb ein erster Verbesserungsvorschlag wie folgt lauten könnte:

Nach Drücken der Taste muss das Steuergerät KP die Daten übertragen.

Nach wie vor ist diese Anforderung jedoch noch vage. Unklar ist weiterhin, welche Taste gedrückt werden soll, welche Daten übertragen werden sollen, wohin die Daten übertragen werden müssen und wie oft.

Das geschickte Stellen von W-Fragen reduziert die Gefahr der Unvollständigkeit und trägt enorm zu einer besseren Formulierung der Anforderung bei. Dies führt zu unserem zweiten Verbesserungsvorschlag:

Nach Drücken der Taste „Z“ muss das Steuergerät  KP nach spätestens 3 Milli-Sekunden die Datenpakete DP2 und DP3 in den Fehlerspeicher übertragen.

Die neu formulierte Anforderung gewinnt an Eindeutigkeit und Vollständigkeit. Die Frage, wie übertragen werden muss, sollte hier jedoch noch nicht beantwortet werden, sondern erst bei der Ableitung der Anforderung in die nächste Abstraktionsebene.

Wir sehen, jeder kann Anforderungen neu und besser formulieren, wenn man ein paar Tipps beherzigt! Wichtig ist, sich möglicher Fehlerquellen bewusst zu sein, um sie in Zukunft vermeiden zu können.

In den nächsten Teilen unseres Blogs werden wir Ihnen weitere Tipps zur besseren Formulierung von Anforderungen geben. Falls Sie sich für einen Kurs zu diesem Thema interessieren: Textuelle Anforderungen gut und effizient formulieren

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Frank Stöckel

Kontaktieren Sie Michael Jastram

Herr Frank Stöckel ist als Principal Consultant im Bereich Requirements Engineering (RE) tätig. Seine Schwerpunkte liegen in der Einführung von Requirements Engineering in Entwicklungsunternehmen mit Hilfe von Assessments, Seminaren, Workshops und Coaching. Fokus hierbei stellen wichtige initiale Pilotprojekte dar, die dann in unternehmensweite Prozessverbesserungsmaßnahmen führen, um RE langfristig in Entwicklungsunternehmen zu etablieren. Herr Stöckel führt Werkzeugauswahlverfahren für RM Tools durch, erarbeitet Konzepte zur Realisierung und Einführung von DV-Lösungen unter Einbindung von Werkzeugen des gesamten Entwicklungsprozesses. Darüber hinaus hat er in den letzten Jahren insbesondere in der Automobilindustrie Produktivstellungen (Roll-Outs) sowie Prozessentwicklungen von Anforderungsmanagement inkl. angrenzenden Prozessdisziplinen wie Projekt- und Testmanagement, Änderungsmanagement, Systemmodellierung, Lieferantendatenaustausch etc. erfolgreich geleitet. Kenntnisse in Modellierungstechniken runden sein Profil ab. Als erfahrener Trainer gibt er sein vielfältiges Wissen weiter, z.B. auch als akkreditierter Trainer für den Kurs „Certified Professional Requirements Engineering - Foundation Level".