Use Cases und die Organisationsstruktur

Erstellt am 3 April 2019
von Schreibe einen Kommentar

Use-Case-Diagramme sind ein bekanntes Mittel, um den Scope eines Systems festzulegen. Aber auch bei der Gestaltung der Struktur Ihrer Produktentwicklungsorganisation können Use Cases helfen.

Hier sehen wir ein Use-Case-Diagramm, das die Use Cases eines Online-Flugbuchungssystems zeigt:

Use Case Diagramm eines Online-Flugbuchungssystems

Wie Sie sehen können, zeigt das Diagramm die Ziele, die die Nutzer haben: Ein Endkunde möchte einen Flug buchen. Das Diagramm zeigt nicht die Schritte, um zu diesem Ziel zu gelangen. Das wäre beispielsweise die Suche nach einem Flug.

Ein agiles Team sollte unabhängig von anderen Teams Wert liefern. Ein Use Case stellt solch einen unabhängigen Wertumfang dar. Denn wenn agile Teams für ganze Use Cases verantwortlich sind, ist die Notwendigkeit der Kommunikation mit anderen Teams sehr begrenzt.

Der Use Case Flug buchen ist beispielsweise für sich genommen wertvoll. Was heißt das? Nun, er ist direkt aus dem Bedürfnis der Benutzer abgeleitet, von A nach B zu gelangen. Deshalb ist er ein eigenständiges Verkaufsargument für die Software.

Probieren Sie in der Praxis aus, Teams nach Use Cases zu schneiden, und lassen Sie es mich wissen, wie es funktoniert hat!

Das Zusammenspiel von Use Cases und User Stories habe ich in einem anderen Blogbeitrag erläutert.Wenn Sie mehr über Use Cases in der agilen Produktentwicklung erfahren wollen, besuchen Sie unser HOOD CARS-Training.

Was ist „digitagil“?

Erstellt am 27 März 2019
von Schreibe einen Kommentar
Commodore SR36


„Digitagil“ setzt sich aus zwei Wörtern zusammen. Beginnen wir mit dem ersten:

Man könnte die Marktflutung mit Taschenrechnern und Digitaluhren in den 1970er Jahren als Beginn der Digitalisierung begreifen. Die aus dem Schutt und der Asche der Weltkriege zu „Pflugscharen“ umgemünzten digitaltechnischen Halbleitertechnologien begannen ihren zivilen Siegeszug.
Mit ihnen entwickelte sich auch die Softwaretechnik. Auch die Softwarelösungen wurden immer anspruchsvoller.

Die militaristisch geprägte Kultur

Leider waren aber auch Organisation- und Vorgehensmodelle eng mit militärisch geprägter Befehlskultur gekoppelt, bzw. sind es zumindest teilweise noch heute.
Natürlich machen bei Unfällen, Feuern und Katastropheneinsätzen, wie eben im Krieg, strenge und geregelte Vorgehensweisen Sinn. Sie helfen bei der Bewältigung und Eindämmung der Auswirkungen.
Dass man aber bei Unternehmensaufbau, Firmenführung und der Organisation von Projekten auf diese Muster setzte, ist wohl eher einer unreflektierten Kulturprägung zuzuschreiben. Die damit erkaufte Effektivität rechtfertigt den Verlust an menschlichen Werten nicht.

Ethische digitale Menschen

Glücklicherweise schwingt mit der zivilen Nutzung der Digitaltechnik auch immer mehr eine humane und zivile Gestaltung der Zusammenarbeit mit. Das agile Manifest ist sozusagen einer der vielen Meilensteine auf diesem Weg.
Der moderne nativ „digitale“ Mensch hat wohl auch immer mehr den Anspruch, das die von ihm genutzten Lösungen von zivil zusammenarbeitenden Menschen geschaffen werden. Die ethische Seite einer Produkterstellung spielt doch eine Rolle und lässt im Extremfall selbst das preisgünstigste Produkt im Regal stehen.

Agile Steuerung und Hinrichtungs-Exempel

Was für Fleisch-, Milch und Obstwaren gilt, können wir auch für Software in Betracht ziehen. Natürlich müssen wir das subtiler betrachten.
Man findet bei Software Entwicklern eher gut bezahlte Ingenieure und akademisch ausgebildetes Personal, denn entrechtete Lohnsklaven, die für einen Hungerlohn pflücken oder schlachten.

Trotzdem sind manchmal Code-Experten in „militärisch“ strukturierten Organisationen die unterste ausführende Schicht, bzw. werden als Fremdkräfte oder Dienstleister mit schlechter Lobby, von einer unteren Management-Schicht „gesteuert“.
Selbst die Steuerung wird auch gerne als Dienstleistung, manchmal als „agile“, ausgelagert. Leider kann das hin und wieder ein Nährboden für Mobbing und Hinrichtungsexempel für in Ungnade gefallene Mitarbeiter sein. Diese exklusiv denkende Management-Schule tut sich aber immer schwerer, da Inklusion und aktives Einbeziehen aller Stakeholder heute das Gebot der Stunde ist.

Das Werk während der Entstehung begutachten

Tatsächlich ernten Unternehmen, die man im William E.Schneider Unternehmens-Kultur-Modell wohl als Kontroll-Kultur, mit angehängter Kompetenz-Unterkultur, begreifen kann, bei der Anwendung „agiler“ Scrum Techniken die niedrig hängenden Früchte.
Sie müssen sich selbst „zwingen“ frühe System-Stände zu verlangen. Die Schmerzgrenze ist aber schnell erreicht. Beispielsweise dann, wenn man ultra-beschäftigte Manager im Unternehmen damit zu „nerven“ beginnt, sie sollten das „Werk“ schon mal während der Entstehung begutachten.
Old School-Manager lassen sich nur bei Grundsteinlegung und Eröffnung feiern. Das laufende Geschäft lässt anderes nicht zu.

Leider muss man auch sagen, dass diese Unternehmen gut daran tun, nicht von heute auf morgen die Kulturrevolution auszurufen. Im Buch von William E. Schneider lassen sich einige Schauergeschichten dazu nachlesen.

Der Servant Leader und das Mitarbeiterwohl

Trotzdem kann man den Weg wagen, oder sich gut informieren bevor man sich bindet. Denn mit wem und wo man arbeitet, ist für viele auch der Schlüssel zu Wohlbefinden und Gesundheit. Die „Servant Leader“ sind aber nur spärlich gestreut. Unternehmen die das Mitarbeiterwohl als höchstes Ziel nicht nur definieren, sondern durch das gesamte Kollegiat leben, gibt es auch nicht so viele.

Der digitagile Mensch wird folgende Messlatte anwenden und kritisch hinterfragen. Für die Unternehmens-Umgestaltung kann es als Leitlinie stehen:

Für „digitagile“ Code Crafter ist natürlich der schnellste Check, ob man bei der richtigen Firma ist, immer die Frage, wann der Chef den letzten Commit gemacht hat 😉

Wie detailliert muss ich spezifizieren?

Erstellt am 27 September 2018
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Dieser Frage widme ich mich heute, eine der oft gestellten Fragen in unseren Kursen.

Entwickeln mit agilen Frameworks

Erstellt am 1 August 2018
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Viele versprechen sich von agilen Vorgehensweisen die reibungslose Umsetzung von Entwicklungsprojekten. Unterstützung findet man in vielen verschiedenartigen „agilen Frameworks“. „Agile“, gesprochen: /ˈæʤl/, bringt natürlich nicht die Lösung aller Probleme. Jedoch kann ein Vorgehen anhand agiler Vorgehensweisen und Frameworks deutlich bei der Entwicklung helfen, gerade wenn man mit sich stark verändernden Märkten und komplexer werdenden Systemen konfrontiert wird.

Was ist „Agiles Coaching“?

Erstellt am 29 März 2018
von Schreibe einen Kommentar

Was ist „Agiles Coaching“?

Tools machen eine Veränderung sehr gut sichtbar. Sei es das neue Taskboard vor dem Teamraum oder ein Online Tool für das Schätzen der Stories mit den Kollegen aus Bulgarien. Tools machen unseren Alltag leichter. Wenn Sie das nicht tun und keinen wirklich essentiellen Nutzen stiften sollte man sie loswerden.

Raus aus der Taylor-Wanne! Mit neuem Mindset Systeme entwickeln

Erstellt am 13 Februar 2018
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Sie baden sich in Ihren Unternehmen noch immer in ausgefeilten Prozessen, blubbern in hierarchischen Strukturen und planschen in Reporting-, Monitoring-, Status- oder Eskalationsmeetings? Dann sitzen Sie immer noch in der Taylor-Wanne – OMG!

Im 19. Jahrhundert trug der US-Amerikaner Frederick W. Taylor mit seiner Prozesssteuerung durch Arbeitsteilung

Warum Agil?

Erstellt am 19 Januar 2018
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Wir bei HOOD hören die Frage „Warum Agil ? öfters und stellen diese Frage auch ebenso häufig. Um beim Finden einer Antwort zu helfen, haben wir uns überlegt, wir gehen einen für uns neuen Weg. Es ist ein Film entstanden, welcher einen kleinen Einblick geben soll, warum Agilität sinnvoll sein kann. Wenn Sie das auch so sehen oder vielleicht doch ganz anders, dann freuen wir uns auf Kommentare und Diskussionen.

Sie haben weitere Fragen?

Wenn Sie weitere Fragen haben, welche Ihnen auf der Zunge liegen, dann schreiben sie uns. Das HOOD-Videoteam (bestehend aus Alejandra Armendáriz, Moez Kribi und Alexander Holike) möchte die meist gestellten Fragen in nächsten Videos beantworten, getreu unserem Motto „Gemeinsam Neues voranbringen“.

Sollten Sie mit ihrer Organisation agil werden wollen, sei Ihnen unser Blog-Artikel von Florian Engel empfohlen: Warum sie als Unternehmen erfolgreicher sind. 

Sprinten Sie schon, oder flüchten Sie noch?

Erstellt am 29 November 2017
von Schreibe einen Kommentar

Viele Entwickler wissen die Vorteile agiler Vorgehensweisen zu schätzen – doch es gibt auch eine große Zahl kritischer Stimmen. Die Stimmen derer, die von Schlagworten wie „agile“, „Scrum“ oder „Sprints“ rein gar nichts halten. Ich räume ein, dass agile Entwicklung nicht für jedes Projekt geeignet ist. Doch ich möchte in diesem Blog einem ganz anderen Phänomen auf den Grund gehen, welches die agile Entwicklung oftmals in schlechtem Licht dastehen lässt.

Kanban als Methode zum Umgang mit Änderungen im RE

Erstellt am 22 November 2017
von Schreibe einen Kommentar

Beim RE kommt man nie umhin, auch über Anfragen für weitere Anforderungen zu sprechen. Hierbei geht es jedoch nicht um späte Anfragen für Änderungen nach einem Design-Freeze oder nach Serienreife, welche über ein Change-Control Board laufen, sondern um Anfragen, die bestenfalls bereits in einer frühen Entwicklungsphase berücksichtigt werden sollten. Warum ich heute über Kanban schreibe ist, dass diese Anfragen strukturiert, visualisiert, nachvollziehbar und transparent im Team dargestellt werden müssen.  Hierfür eignet sich beispielsweise Kanban. Wie stellt man also sicher, dass Entwicklungsprojekte Anfragen von Kunden umfassend dokumentieren und umsetzen?

Anforderungen langfristig dokumentieren, im agilen Umfeld

Erstellt am 10 Mai 2017
von 1 Komment

 

In unserem CARS-Training diskutieren wir viele Themen, unter anderem: wie dokumentiert man Anforderungen langfristig, im agilen Umfeld?

Diese Frage ist für uns deshalb so wichtig, weil der Wert der Dokumentation mit der Zeit zunimmt.