This entry is part Teil 3 of 6 in the series Vernissage zur agilen Transformation

Ein Bambus mobilisiert seine Kräfte immer wieder gezielt. Er schafft es, das ganze Jahr über kraftvolle, grüne Blätter zu entwickeln. Zusammen mit unserem Partner MID nehmen wir uns den Bambus zum Vorbild und unserer Publikum mit auf den Weg zur Agilen Transformation in Unternehmen. Anhand von unseren Vernissage-Kunstwerken diskutieren wir Werte, Mindset, Visionen, Führung und Coaching, die eine Transformation ermöglichen.
Im dritten Teil der Beitragsreihe stellen wir von den dort ausgestellten Kunstwerken, Objekten und Installationen das Ausstellungsstück zum Thema „Vision“ vor.

Vernissage zur Agilen Transformation 2019 – Die Vision, mit Claudia Kausch von MID

„Wenn Du ein Schiff bauen willst, dann trommle nicht Männer zusammen um Holz zu beschaffen, Aufgaben zu vergeben und die Arbeit einzuteilen, sondern lehre die Männer die Sehnsucht nach dem weiten, endlosen Meer“
Antoine de Saint-Exupéry.

Die agile Transformation als Reise

Dieses Zitat benennt, dass es im Leben eine Vision braucht, um große Ziele anzustreben. Ähnlich wie die Vision die Meere zu bereisen, kann man auch eine agile Transformation als Reise betrachten.
Es geht dabei um eine Reise hin zu einer Organisation, die dynamischer und leistungsfähiger auf sich ändernde Rahmenbedingungen wie neue Technologien, Kundenanforderungen, Marktentwicklungen und Mitbewerber reagiert. Mit an Bord und ausschlaggebend sind dabei mutige, neugierige Mitarbeiter, die herausfinden wollen, ob und wie gut neue Wege zum Ziel führen; die ihr eigenes Handeln reflektieren und aufgeschlossen die Vision und die Ziele ihres Unternehmens unter die Lupe nehmen.
Wenn man von Vision spricht, beginnt man schnell vom „Was“ zu sprechen.

Die Frage nach dem „Warum“

Eine gute Vision beantwortet allerdings die Frage nach dem „Warum“. Die Genialität liegt darin, dass das Warum sowohl für den Kunden als auch für den Mitarbeiter beantwortet wird.
Fragen Sie sich aus Kundenperspektive:
Warum sollte ich Ihrem Unternehmen mein Vertrauen schenken?
Fragen Sie sich aus Mitarbeitersicht:
Warum sollte ich jeden Tag aufstehen, um für diese Firma zu arbeiten?

Die Antwort darauf

Eine gute, überzeugende Antwort auf diese beiden Fragen lieferte beispielsweise Wal Mart, deren Vision maßgeblich und lange Zeit vom Gründer Sam Walton geprägt wurde:
“To give ordinary people the opportunity to buy the same things as rich people.”

„Einfachen Menschen zu ermöglichen, die gleichen Dinge kaufen zu können wie Wohlhabende“, wirkt gleichzeitig glaubwürdig auf Kunden, wie auch motivierend auf Mitarbeiter.
Mit Blick auf das Kunstwerk, kann man mit diesen Gedanken eine weitere Facette verstehen.

Das Holz, die Leinentücher und die Nägel sind sowohl für ein Schiff als auch für ein Flugzeug die gleichen Bauteile.
Der Unterschied ist, dass dieselben Teile durch eine andere Vision geformt werden.
So werden auch die gleichen Menschen durch eine andere Vision geformt oder besser gesagt: motiviert.

Wie wichtig eine solche Vision dafür ist, das Ziel zu erreichen, verdeutlicht folgende Geschichte.

Die erste bemannte Flugmaschine

Ende des 19. Jahrhunderts beschäftigten sich verschiedene Gruppen von Wissenschaftlern weltweit mit einer neuen bahnbrechenden Erfindung: dem Flugzeug. Sie wetteiferten um die erste, motorbetriebene, gesteuerte und bemannte Flugmaschine.


Samuel Pierpoint Langley

Genau das war es auch, was Samuel Pierpoint Langley angetrieben hat: Er wollte der Erste sein. Als Astronom, der bereits ansehnliche Positionen innehatte, über die besten Verbindungen verfügte und als Mathematik Professor bei der US Marine lehrte, schien er über ideale Voraussetzungen zu verfügen. Er bekam eine – für damalige Verhältnisse – außergewöhnlich gute finanzielle Ausstattung. Er engagierte ein Team, was sich aus den brillantesten Köpfen seiner Zeit zusammensetzte. Er hatte sogar die Aufmerksamkeit der New York Times, die über ihn Bericht erstattete.

Aber er hatte keine Vision, keine klare Vorstellung vom Warum, nichts wofür er sich leidenschaftlich einsetzte. Seine Motivation war es, reich und berühmt zu werden.

Orville und Wilbur Wright

Ein paar hundert Kilometer entfernt tüftelten auch die Brüder Orville und Wilbur Wright an einem Flugzeug. Allerdings hatten sie nicht im entferntesten ein Erfolgsrezept, was mit Langleys vergleichbar wäre. Sie hatten keine Sponsoren, keine Regierungszuschüsse, keine Berichterstattung in den Medien und niemand aus ihrem Team verfügte über einen College Abschluss. Sie finanzierten ihr Vorhaben mit den Einnahmen aus ihrer Fahrradwerkstatt. – Was sie jedoch hatten, war ein Traum. Sie glaubten daran, die Welt verändern zu können. Ihnen war die Wichtigkeit ihrer Arbeit bewusst und sie werteten den Nutzen für die Menschheit höher als ihren eigenen Nutzen.
Sie waren Visionäre und inspirierten andere Menschen, sich ihrem Vorhaben anzuschließen und sie zu unterstützen.

Am 17. Dezember 1903, nach unzähligen gescheiterten Fehlversuchen, war es dann soweit: das Flugzeug der Brüder Wright hob ab zu einem 59 sek lang dauernden Flug mit bis zu 36m Höhe.
Wenn man motiviert ist vom Warum, passiert der Erfolg automatisch.

Als Samuel Pierpoint Langley von diesem Durchbruch erfuhr, brach er sein Vorhaben ab. Er war so sehr davon besessen, der Erste zu sein, dass ihm beispielsweise eine Weiterentwicklung des Wright Modells nicht erstrebenswert schien.
Schlussendlich kann man daraus folgende Konsequenz ableiten:
Die Frage nach dem Warum sollte mit einer guten Vision beantwortet werden,
die sowohl ihre Kunden als auch ihre Mitarbeiter überzeugt und sprichwörtlich „beflügelt“.

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