Unser Open Space auf der RE Konferenez „REConf 2019“ in München

Wir moderieren au unserer jährlichen REConf am ersten Abend immer einen Open Space. Hier diskutieren unsere Teilnehmer ihre selbst gestellten spannende Fragen aus dem agilen RE und bringen sie zu einem schnellen Ergebnis.
Da das diesjährige Thema „BEYOND RE“ war, ging es u.a. auch um Künstliche Intelligenz, Automatisierung, Veränderung, RE++ und Behaviour Driven Development.
In diesem ersten Teil von dreien stelle ich euch die Gruppen-Ergebnisse von Wasserfall zu agil, RE & KI, RE als Rolle vor. Seid gespannt darauf, wie die Gruppen die selbst gestellten Fragen beantworten und welche Ergebnisse dabei herausgekommen sind:

Hier die ersten drei Fragestellungen mit den Resultaten:

RE zwischen agilen Entwicklung und einer wasserfallorganisierten Organisation.

Wir haben uns im Open Space gefragt, wie wir mit agilen Vorgehensweisen die Erwartungen aus einer wasserfallgetriebenen Organisation erfüllen können?
Das Ergebnis war: Ohne einen gewissen Regelbruch mit dem bisherigen Vorgehen und Prozessen geht es nicht. Und es geht auch nicht, ohne die Neuaufstellung dessen, was bisher definiert war.
Natürlich wollen wir weiterhin auch die Meilensteine definieren und einhalten, dies hat sich in der Praxis bisher bewährt. Aber wir müssen dabei über die Qualität und Umfang der Artefakte diskutieren. Wir werden in Zukunft zu keinem Zeitpunkt mehr wirklich 100% vollständige Anfordungsdokumente haben. Wir werden entlang des Entwicklungsweges immer wieder nachschärfen müssen, um dem Markt folgen zu können. Das ist ja auch ein großes Ziel der agilen Vorgehensweisen.

Gruppendiskussion beim Open Space

Können wir die Welt in 20 Minuten retten? Das heißt: gehen RE und KI zusammen? 

Wir haben bei diesem Teil des Open Spaces die Henne-Ei Frage gestellt:

Wird es eine KI für RE, oder RE für die Entwicklung der KI geben? Es existieren momentan schwimmende Definitionen von KI, aber auch RE ist ein heterogener Bauchladen von Techniken und Methoden.
Derzeit gibt es sehr viel Aktivitäten im Bereich Datenanalyse / Data Engineering und maschinelles Lernen. Die Prozesse dahinter stecken allerdings noch in den Kinderschuhen und bieten noch sehr viel Potential für neue Wege. Auf jeden Fall bleibt dies ein Zukunft-trächtiges Thema.

Ist RE eine Rolle? Oder ist RE es eine Aufgabe, die von sehr vielen, oder allen, im Projekt wahrgenommen wird?

Unsere Antwort lautet aus mathematischer Sicht „Ja“.
Die Gruppe aus unserem Open Space beantwortete sie jedoch mit: „Sowohl als auch“. Denn die Kunst des Umgangs mit Anforderungen erfordert Ausbildung und Soft Skills (z.B. die ‚Tageslichtfähigkeit‘ als Fähigkeit eines Requirement Engineers). Bisher ist nicht nur eine Person pro Projekt mit RE vertraut. In Zukunft wird sich das sogar noch steigern. Requirements Engineering kann nicht jeder. Es gibt immer 3 Ebenen und Aufgaben, die wir identifiziert haben: Zum einen muss man Anforderungen verstehen und diskutieren können, zum zweiten muss man Anforderungen schreiben, ableiten und detaillieren können. Und drittens muss man die methodische und formale Betreuung der Anforderungen verstehen und durchführen können.
In Zukunft wird es – unserer Meinung nach – eine noch höhere Sensibilisierung für Anforderungen und das RE geben. Schließlich werden immer mehr Anforderungen benötigt, da sich die Anzahl und der Umfang der Systeme immer mehr erhöht. Requirements Engineering wird sich weiter entwickeln. Es wird bunter sein, es wird mehr Methoden und Techniken geben. Wir werden also zukünftig beides haben: Eine dezidierte Rolle für RE und es werden mehr Aufgaben von weiteren Personen übernommen werden.

Im zweiten Teil dieser Serie gehe ich dann auf unser Open Space Gruppen- Ergebnis aus „Automatisierungen im RE „ein und widme mich der Frage „Wie viel Zeit braucht Veränderung“? Bis dahin!