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Neue Brücken bauen und alte Brücken umsichtig abbauen – so auch die Devise bei der agilen Systementwicklung. https://commons.wikimedia.org/wiki/File:BAB3-Talbr%C3%BCcke-Heidingsfeld-02.jpg

Wir von HOOD haben in diesem Jahr bereits das zweite Mal infolge zu unserer Agile Systems Konferenz – kurz ASK in München eingeladen. Neben interessanten Keynotes nehmen unsere Workshops einen wichtigen Teil der Konferenz ein. Der Workshop über den ich heute berichte, heißt „Daily Build@Hardware“.
Wir haben einen Nachmittag lang komplett spielerisch Entwicklungsmodelle erkundet. Der Output konnte sich sehen lassen: Wir bauten Lego-Autos und Papierfliegermodelle am laufenden Band. Doch unsere Modelle hatten einen schweren Stand. Schließlich mussten sie sich den schwierigsten Anforderungen und Testabläufen stellen.

 

Brücken bauen: Daily Build@Hardware und das V-Modell

Im Workshop haben wir das V-Modell unter die Lupe genommen. So wie alte Brücken irgendwann an ihre Genzen geraten und langsam durch neue ausgetauscht werden müssen, so verstanden wir, dass das V-Modell als Entwicklungsparadigma für eine moderne Systementwicklung nur noch wenig tauglich ist.

Dabei drehten wir auf dem V-Modell Spielfeld einige Runden. Nach wie vor werden bei dem Modell „Leadtime“ und „Teilekosten“ stark diskutiert. Also Themen, die durch Virtualisierung, aber auch additive Produktionsverfahren zumindest entschärft werden können. Bei einer konsequenten Nutzung dieser Methoden scheint aber eine neue Brücke der „Entwicklungsmethodik“ notwendig zu sein.

Trotzdem sollten wir beim Bauen der neuen Brücken die alten sehr umsichtig abbauen.

Break Barrys Paradigm

Kein Silo-Wasserfall

Unsere entwickelten Maßnahmen gegen Silo-Wasserfall

An der Fehlerkostenanalyse von Barry Boehm lässt sich sehr schön die Wasserfall-Mentalität entlarven. Die an sich richtige Schlussfolgerung, dass Fehler in Anforderungen zu hohen Folgekosten führen, lässt uns „Qualitätsmauern“ bauen. Diese können aber durch ungeschickte organisatorische Umsetzung zu Silo-Entwicklungsorganisationen  führen.

Im Workshop waren wir auf der Suche nach Auswegen und konnten dabei auf Open Space-Ergebnisse des Vortags zurückgreifen. Dort wurden Maßnahmen wie z.B.  Rapid Prototyping, Modell und Simulation oder enge Feedback-Schleifen mit Kunden vorgeschlagen.  Diese Maßnahmen fanden sich bei den nachfolgenden Produktentwicklungssimulationen wieder.

Agiler Flugzeugbau

Das ein hochgradig modellbasierter Ansatz und SCRUM gut zusammenpassen, hat sich bei den nächsten Spieldurchläufen gezeigt.
Dieses Mal haben wir Flugzeuge gebaut. Da ein Backlog, also die Liste von Aufgaben bzw. Anforderungen, die ein Team abarbeiten muss, an jede Wand passt, wurde die Videowand des Übungsraums einfach zweckentfremdet.
Nach einer Kreativ-Session hatten wir schon mehr als genügend Userstories für das Flugzeug der Zukunft zusammen. Die Umsetzung im Sprint-Ablauf wurde dann aber durch nicht ganz einfache Material- und Verfügbarkeitsrahmenbedingungen erschwert. Daneben überraschte der nachfolgende Test und Jungfernflug noch mit ein paar unvorhergesehenen Umweltbedingungen.

Diese wurden aber mit viel Freude gemeistert.  Sprint für Sprint wuchs die Anzahl der Flugzeugmodelle. „Daily Build“ im 5-Minuten-Takt! Das macht Spaß.

Mit der „Ernte-Technik“, mit der wir Eindrücke und Resümees einsammelten, läuteten wir schließlich das Ende des Workshops ein.

Dankeschön

An dieser Stelle möchte ich mich ganz herzlich bei allen bisherigen Teilnehmern bedanken. Es war eine hervorragende Zusammen- und Mitarbeit. Danke für die schönen Ideen und Anregungen für zukünftige Workshops!

Wer in seiner Organisation auch gerade dabei ist, alte V-Brücken abzubauen und Agile Systementwicklungsbrücken zu bauen, den lade ich herzlichst zu einer nächsten Wiederholung des Workshops ein.

Die nächste Gelegenheit dafür wird die Reconf 2019 sein.

Gute Stimmung und coole Ergebnisse aus unserer Kreativphase im  „Daily Build@Hardware“
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