Ich möchte diesen Artikel mit einer kleinen – aber meiner Meinung nach sehr zutreffenden – Metapher zum Thema “Wissen aneignen” einleiten:

Mit dem Aneignen von Wissen verhält es sich ähnlich wie mit dem Gedeihen einer Pflanze. Damit eine Pflanze wachsen kann, bedarf es mehrerer Komponenten (Licht, Wasser, CO2 …), die in bestimmten Mengen und Intervallen zugeführt werden müssen. Fehlt auch nur einer dieser essentiellen Bestandteile, kann diese unmöglich weiterwachsen und stirbt irgendwann.

In der Natur sind diese lebensnotwendigen Stoffe überall reichlich vorhanden, sodass die Pflanze ihre „Nahrung“ völlig selbstständig aufnehmen kann.

Hat die Pflanze hingegen weniger Glück gehabt und muss ihr tristes Dasein in einem unnatürlichen Umfeld – wie zum Beispiel einem Wohnzimmer – fristen, sieht die Situation wieder vollkommen anders aus. Damit sie sich in diesem fremden Umfeld entfalten kann, muss sich jemand ständig um das Wohl der Pflanze kümmern, da diese ansonsten langsam aber sicher vertrocknen würde.

Vielleicht hat ja der ein oder andere bereits den Hintergrund dieser kleinen Einleitung erraten? Nein?

Wissen aneignen ist – ebenso wie Pflanzen – lebendig, und steht in ständiger Wechselwirkung mit dem Umfeld. Wenn du also möchtest, dass dein Wissen und die Vernetzung mit interessanten Menschen wächst, sprießt und aufblüht, musst du dir die Möglichkeit geben, dich in einem authentischen Umfeld zu entfalten.

Ich denke es versteht sich von selbst, dass mit einem „authentischen Umfeld“ keine Fachbücher oder rein monotone Vorträge gemeint sind.😉

Der Ansatz, das Wissen in einem natürlichen Umfeld, im engen Austausch mit Experten zu erweitern, anstatt im Rahmen eines langweiligen Fachbuches sinnlos irgendwelche neuen Fremdbegriffe versuchen zu verstehen, ist freilich nicht gerade innovativ – seine Wirksamkeit wird allerdings auch heute noch häufig unterschätzt.

So erging es mir auch auf den Software Quality Days, die vom 16. bis 19. Januar 2018 in Wien stattfanden. Geballtes Wissen wohin das Auge reicht. Expert-Talks, aktuellste Trends, Best Practice Methoden im Qualitätsmanagement und Ideen zur Verbesserung von Methoden und Prozessen, interdisziplinäre Herangehensweisen, praxisnahe Berichte, wissenschaftliche Forschungsarbeiten, Workshops und Keynotes. Europas führende Konferenz für Software Qualität lädt bereits zum zehnten Mal nach Wien ein.

In den vier Tagen wuchs das Wissen wie ein Pflänzchen, das sich in dem „authentischen Umfeld“, den Dünger des Wissens nur so suhlte. Die Mischung des Düngers aus Lean und Agile Methoden, Anwenderforschung, Requirements-Engineering und -Management, Testen, Scrum, diverse Tools, Safety und psychologischen Nutzerfaktoren macht die Mischung vielfältig und nahrhaft.

Doch nicht nur reine Softwareprojekte und deren Herausforderungen beschäftigten die Teilnehmer nach den Vorträgen und während den Diskussionen. Fragen in die Richtung Hardware und agile Methoden, angefacht durch den Agile-Track, brachten spannende Unterhaltungen hervor. Vor allem in den Zwischenpausen oder beim Mittagessen wurde festgestellt, dass sich die Ranken eines Pflänzchens von der agilen Software- bis hin zur Hardwareentwicklung erstrecken können.

Wen dieses Thema auch zunehmend interessiert, findet bei den folgenden Links spannende Inhalte:

Der Hackathon “Scrum@Hardware” wurde bereits in einem Blog-Artikel von Jan Ebert beschrieben und wird im Rahmen der REConf 2018 (Scrum in der Hardware-Entwicklungals 2-tägige Veranstaltung wiederholt.

Weitere Informationen zu Agile@Hardware sind unter Agile Systems Konferenz (ASK) Webseite zu finden.

Ein weiteres erblühendes Thema bei den “Get together” war der Workshop, in dem Legobausteine zum Einsatz kamen. Die Teilnehmer spielten an einem Beispiel das Erstellen einer neuen Produktvision nach geänderten Gegebenheiten (z.B. neue Marktsituation, Änderung des Bedürfnisses der Kunden, etc…) durch. Anhand des LEGO® SERIOUS PLAY® (LSP) arbeiteten die Gruppen von Menschen an einer komplexen Fragestellung, vernetzten unterschiedliche Konzepte aus Psychologie, Lern- und Hirnforschung, brachten Wissen aus dem Unterbewusstsein hervor. Es steigerte das Engagement der Teilnehmer, da sie Teil der Lösung sind, und diese gemeinsam tragen.

Auch wir bei der HOOD GmbH spielen mit solchen Methoden mit großem Erfolg und Spaßfaktor für die Teilnehmer. Wenn du selbst Erfahrungen machen möchtest, ist der Workshop “Durchsatzoptimierung mit Kanban – Handlungsoptionen für Flexibilität und Qualitätsverbesserungen” auf der diesjährigen REConf 2018 genau das Richtige.

Abgeschlossen wurde die Konferenz durch Matthias Horx mit seinem Beitrag: Die Zukunft der Digitalisierung – Über die Lebens-Qualität im Computer-Zeitalter – Plädoyer für einen digitalen Humanismus.

Fragen wurden versucht zu beantworten, inwieweit man die Zukunft vorher-/voraussagen kann – und ob man dies überhaupt will? Mit welchen wissenschaftlichen Methoden baut die Zukunftsforschung Modelle? Inwieweit entstammen Zukunfts-Bilder uralten Mythologien – und haben diese mit der Wirklichkeit etwas zu tun?

Was ist die Zukunft der Zukunftsforschung?

Lasst uns gemeinsam das Wissen-Pflänzchen gießen und kommt zur REConf 2018.

 

Weitere Infos sowie Trainings und Veranstaltungen zum Thema Requirements Management im agilen Umfeld finden Sie unter www.Agile-by-HOOD.com.