twitter_profileDie REConf®, die größte Konferenz zum Thema Requirements Engineering im deutschsprachigen Raum, fand zum 15. Mal statt. Das Thema der Konferenz war „Connecting People – Overcoming Barriers“. 460 Teilnehmer konnten vom 29. Februar bis 4. März viele interessante Vorträge und Workshops besuchen. Die parallel stattfindende Austellung bot gleichzeitig einen umfassenden Überblick über die aktuellen Produkte und Dienstleistungen im Umfeld des Systems Engineerings.

Die Eröffnungskeynote mit dem Titel Schwarmdumm am ersten Konferenztag hielt Gunter Dueck. Auf gewohnt pointierte Weise beschrieb er typische Abläufe in unserer Arbeitswelt, die geprägt ist von sinnlosen Besprechungen, faulen Kompromissen, zu hoch gesteckten Zielen und wahnhafter Auslastungsmaximierung. Nicht die Schwarmintelligenz bestimmt unseren Alltag, sondern die selbstverursachte Schwarmdummheit.

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Danach konnten die Teilnehmer in vier unterschiedlichen Tracks Vorträge zu den Themen Agile, Sprache und Kultur, Systems Engineering und Solution Track besuchen. Auch die Keynote von Udo Wiegärtner am späten Nachmittag mit dem Thema „Von einem, der auszog, das Scheitern zu lernen“ sorgte für Begeisterung. Er beschrieb eine Unterhaltung zwischen einem erfolgreichen Projektleiter Hans, der das Scheitern von einem erfahrenen Geschäftsmann lernt. Das Scheitern geht nach Udo Wiegärtner auf das paarweise Zusammentreffen der Faktoren Dummheit, Ungewissheit und Pech zurück. Zu einem Fiasko kommt es dann, wenn alle 3 Faktoren aufeinandertreffen.
Die im gut besuchten Auditorium stattfindende Panel Diskussion zum Thema „RE ist out, es lebe Design Thinking“ mit den Experten Boris Gloger, Burkhard Perkens-Golomb, Uwe Valentini und Dr. Kim Lauenroth kam zum Schluß, dass RE und Design Thinking wichtige Bausteine im Systems Engineering sind.

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Abgerundet wurde der erste Konferenztag mit einer unterhaltsamen Abendveranstaltung. Zwischen Kasinobetrieb und Zauberkunst-Einlagen fand viel Austausch zwischen den Teilnehmern statt. Hier zeigte sich die REConf® als Networkingplattform von ihrer besten Seite.

Einer der Höhepunkte des zweiten Konferenztags war die Keynote „Systems Engineering Enhancement @Daimler“. Dr. Siegmar Haasis, CIO Engineering der Mercedes Benz Cars Daimler AG, brach darin eine Lanze für das modellbasierte Vorgehen (MBSE) in der automotiven System-Entwicklung. Er sieht darin das probate Mittel, um die Komplexitäten, die mit der Elektromobilität und dem vernetzten autonomen Fahren entstehen, in den Griff zu bekommen.

Im Anschluss trug Prof. Dr. Peter Liggesmeyer in seiner Keynote das Thema „Von Software zu Smart Ecosystems: Trends und Auswirkungen auf das Requirements Engineering“ vor. Er stellte dar, dass die klassische Trennung zwischen Software und Hardware und zwischen Informations- und eingebetteten Systemen zunehmend verschwindet. Weiterhin ging er auf eine integrierte Safety und Security Betrachtung ein, an die z.B. Themen wie Zertifizierung zur Laufzeit geknüpft sind.

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Nach den zwei spannenden Keynotes konnten die Teilnehmer wieder interessante Vorträge in verschiedenen Tracks besuchen. Parallel wurden in einem Open Space die Thesen der Paneldiskussion des Vortages vertieft. Die Teilnehmer in der von Boris Gloger moderierten Runde waren begeistert.

Die abendlichen Wissenschaftstracks und Workshops rahmten die REConf® wie jedes Jahr ein. Vor und nach den Konferenztagen traf sich die RE Community zum wissenschatlichen Austausch. Experten aus der Industrie besuchten die Workshops und qualifizierten sich im CARS Training der HOOD GmbH für die Zertifizierung durch das agile requirements institute (agire).

Die nächste REConf® wird vom 27. – 31. März 2017 ihre Tore öffnen. Der Call for Paper beginnt voraussichtlich Ende Mai.