Große Unternehmen mit Taylorscher Organisationsstruktur lassen sich nur schwer
komplett in ein agiles Unternehmen verwandeln. Methoden mit agilem Einfluss, wie z.B. „Feature Driven Development“, können jedoch auch in großen Unternehmen schwergewichtige Vorgehensweisen bei der Entwicklung von Produkten vereinfachen.

Feature Driven Development sieht vor, dass Features unabhängig voneinander umgesetzt werden und jedes Feature die Phasen Analyse, Entwurf, Implementierung und Test durchläuft. Diese Phasen lassen es bereits erahnen: die bestehenden Rollen im Unternehmen bleiben erhalten und das Unternehmensorganigramm muss nicht verändert werden. Jede einzelne Rolle kann weiterhin seine Dokumente erstellen, die der Unternehmensprozess vorsieht.

Einer der agilen Werte lautet: „Funktionierende Software mehr als umfassende Dokumentation“. Das bedeutet, dass eine Softwareteillieferung an den Kunden am wichtigsten ist, jedoch heißt das nicht, dass die Dokumentation abgeschafft wird!
Die Dokumentation entsteht beim Feature Driven Development kapitelweise (Feature für Feature) und stellt daher die Vollständigkeit einer Featuredokumentation sicher.

Handelt es sich um ein reines Softwareprodukt, erhält der Kunde also ein Feature der Software zum Ausprobieren und die vollständige Dokumentation des fertigen Features. So kann der Kunde frühzeitig einschätzen, ob die Entwicklung des Produkts in seinen Augen in die richtige Richtung geht und muss lediglich den featurerelevanten Teil der Dokumentation lesen.
Nach dem Ausprobieren der jeweiligen Teillieferung kann der Kunde evtl. sogar dem Auftragnehmer weitere Hinweise zur Entwicklung geben, die ihm während der Erstellung des Lastenhefts nicht eingefallen sind. Damit der Kunde aber nicht nach Belieben neue Features verlangt, muss zu Projektbeginn ein definiertes Projektende abgestimmt werden.

Folgendes soll als kleine Schwäche nicht unerwähnt bleiben:
Handelt es sich bei dem zu entwickelnden Produkt um eine Kombination aus Software und Hardware (z.B. ein Steuergerät in einem Fahrzeug) so müssen zu Beginn der Entwicklung mehrere Features parallel entwickelt werden, bevor der Kunde ein testbares Produktinkrement geliefert bekommt. So kann z.B. der Kunde seine gewünschten Applikationen des Steuergerätes nicht ohne fertige Basissoft- und hardware (Bus Kommunikation) ausprobieren. Daher dauert die erste Lieferung des Teilprodukts immer länger als darauffolgende Entwicklungszyklen.

Das Feature Driven Development stellt sich als eine Möglichkeit dar, klassische Projektstrukturen näher an eine agile Entwicklungsvorgehensweise heranzubringen.

Erfahrungen aus einer Vielzahl unserer Projekte zeigen deutlich einen Trend hin zum Feature Driven Development (z.B. in Form von Dokumentationstemplates mit featureorientierter Kapitelstruktur).

Einen Ansprechpartner zum Thema Agile finden Sie jederzeit unter: http://www.hood-group.com/agile/.