Stakeholder! Und das ist kein Synonym für Auftraggeber, sondern beinhaltet viel mehr.

Klären wir zunächst was ein Stakeholder überhaupt ist: Ein Stakeholder eines Systems ist eine Person oder Organisation, die (direkt oder indirekt) Einfluss auf die Anforderungen des betrachteten Systems hat. Damit ist der Auftraggeber natürlich ein Stakeholder, aber sicher nicht der einzige. Darauf, wie man Stakeholder finden kann, werden wir in einem der nächsten Blogeinträge eingehen.

Da Stakeholder die Anforderungen an das zu entwickelnde System liefern, ist es so wichtig zu wissen, wer die Stakeholder sind. Hat man alle Stakeholder identifiziert und bindet sie in die Anforderungsdefinition mit ein, hilft dies Anforderungen vollständig zu erfassen, d.h. alle relevanten Anforderungen des zu entwickelnden Systems zu identifizieren und definieren. Auch bei Änderungen von Anforderungen spielen Stakeholder eine entscheidende Rolle, denn Änderungen müssen mit allen betroffenen Stakeholdern abgestimmt werden.

Am Anfang eines jeden Projekts sollte man deshalb initial eine Stakeholderliste erstellen. Diese Liste sollte zu jedem Stakeholder folgende Informationen beinhalten:

  • Name
  • Funktion (= Rollenbezeichnung)
  • weitere Personen- und Kontaktdaten
  • zeitliche und räumliche Verfügbarkeit während der Projektlaufzeit
  • Relevanz (Wichtigkeit) des Stakeholders
  • sein Wissensgebiet und -umfang
  • seine Ziele und Interessen bezogen auf das Projekt

Da sich im Laufe des Projekts immer wieder Änderungen der Anforderungen ergeben können, ist es wichtig, die Stakeholderliste immer wieder zu überprüfen und ggf. anzupassen. Dies mag auf den ersten Blick mühsam erscheinen; man verhindert damit aber, dass Stakeholder und damit essentielle Anforderungen übersehen werden. Und hat man einmal eine Stakeholderliste erstellt, kann man diese als Input bei neuen Projekten wieder als Vorlage verwenden und projektspezifisch anpassen.