Geglückter Start ins agile Zeitalter?

Letzte Woche hat mich ein Kunde darum gebeten, aus meiner Sicht zu beschreiben, wie ihm der Einstieg ins agile Arbeiten geglückt ist. Die Fragen waren gar nicht so leicht zu beantworten, haben mich aber zum Nachdenken gebracht. Was sind die Faktoren, für einen guten Start?

Als besonders herausfordernd habe ich den gleichzeitigen Start von über 10 Teams empfunden. Angetroffen habe ich hochmotivierte Menschen, die auf den Startschuss gewartet haben, um endlich loslegen zu können. Das war so, weil sie gut vorbereitet waren, auf das was sie erwartet. Das Unternehmen hat dafür gesorgt, dass die Beteiligten mit Trainings und Workshops die theoretischen Grundlagen hatten. Die Praxis hält dann natürlich Überraschungen bereit, die man in der Theorie nicht lehren kann.

In dem Unternehmen bin ich auf viele positive Eigenschaften gestossen, die dabei helfen, mit agilen Vorgehensweisen erfolgreich zu sein: Offenheit, Mut, Dinge anzusprechen und verändern zu wollen, mit einer gewissen Unsicherheit leben zu können und Humor.

Wenn der erste Schritt getan ist, geht die Arbeit erst richtig los. Neben dem Tagesgeschäft gilt es nun, die notwendigen weiteren Veränderungen anzugehen. Erst in der Praxis zeigt sich, wo die wirklichen Schwierigkeiten liegen und welche man als erstes angehen sollte. Dazu braucht es Durchhaltevermögen und manchmal auch einen langen Atem.

Gute Startvoraussetzungen sind vorhanden, wenn die Teams bereit sind, neue Ideen anzunehmen und umzusetzen. Der Rückhalt und die Unterstützung durch das Management im Entwicklungsbereich sind weitere wichtige Faktoren.

Wenn es gut läuft, wird der agile Ansatz dazu beitragen, dass die Kommunikation zwischen allen Bereichen deutlich steigt, gemeinsam an der Sache gearbeitet wird und Abteilungsgrenzen und Abteilungsdenken für das gemeinsame Ziel in den Hintergrund treten.

Alle Beteiligten sollten ihre neue Rolle und die damit einhergehende Verantwortung sehr ernst nehmen. Dies sollte gefördert und gefordert werden. Da ich sehr stark auch mit Product Ownern zusammenarbeite, wünsche ich mir, dass diese generell noch stärker und frühzeitiger mit den Fachbereichen und Kundenrepräsentanten im Unternehmen zusammenarbeiten, um für Kunden und für das Unternehmen selbst geeignete Lösungen zu finden.

Diese Beobachtungen sind natürlich nicht abschliessend. Sie zeigen jedoch, was für einen erfolgreichen Start nicht fehlen sollte. Und zum Abschluss möchte ich noch einen befreundeten Coach zitieren:

„Wenn agiles Arbeiten keinen Spass macht, macht Ihr etwas falsch.“ (Joseph Pelrine)

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Susanne Mühlbauer

Über Susanne Mühlbauer

Susanne Mühlbauer ist Senior Consultant, Coach und Trainer bei der HOOD Group. Durch ihre langjährige Erfahrung im Bereich Requirements Engineering (RE), Business Analyse sowie Projektmanagement unterstützt sie Projekte in unterschiedlichsten Branchen. Neben der Optimierung und Einführung von Methoden, Prozessen und Tools im Requirements Engineering-Umfeld beim Kunden zählen Software-Entwicklungsprozesse und agile Vorgehensweisen zu ihren Themenschwerpunkten. Sie war als Scrum Master in der Software-Entwicklung tätig und fördert seitdem die Etablierung des Scrum Frameworks in Unternehmen. Sie begleitet und trainiert vor allem Product Owner, Scrum Master und Teams in agilem Requirements Engineering und konkreten Projekten. Zusätzlich zu Beratungsprojekten im Software Engineering-Umfeld arbeitete sie in der Vergangenheit als Business Analyst und Projektleiter für Implementierungsprojekte im Bereich kundenspezifischer Software-Entwicklung und ERP-Systeme. Sie hat verschiedene Artikel und Studien zu diesen Themen veröffentlicht und ist Sprecherin auf zahlreichen Fachkonferenzen.

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